An alle Mitglieder und Förderer der Deutschen Monte Cassino Vereinigung und der Deutschen Monte Cassino Stiftung

Liebe Kameraden,
in der Zeit vom 14. bis 24. Mai 2009 beginnen die Kriegsveteranen an der Schlacht um Cassino, der Kämpfe um die Gustav-Linie und des Landekopfes Anzio-Nettuno den 65. Jahrestag der Schlacht mit erheblicher Teilnahme aller im Kriege beteiligter Nationen.

Die Zahl der Veteranen war naturgemäß geringer als zum 60. Jahrestag im Mai 2004, aber die Teilnahme der Nachkriegsgenerationen, einschließlich der Jüngsten war erheblich. Das uns der Heilige Vater die Ehre gab, am letzten Tag des Gedenkens vor über 25.000 Besuchern das Meßopfer zu halten und alle Veteranen in einer Botschaft zum Gedenken ihrer Gefallenen mit der jeweiligen Landessprache anredete, war beeindruckend.
Insgesamt waren die Gedenktage ein voller Erfolg, zumal sich die verschiedenen Nationen und vor allem die Kriegsveteranen der ehemaligen Gegner so nahe kamen wie niemals zuvor.

Leider wird es im Jahr 2014 zum 70. Jahrestag der Cassinoschlacht eine Gedenkveranstaltung dieser Art nicht mehr geben, weil dann, aller Voraussicht nach, die Kriegsveteranen fehlen werden und die Gedenkfeiern eine reine Erinnerungsfeier sein werden.

Aber Cassino als die Sammlungsstätte für alle in Italien stattgefundenen Kämpfe des Krieges hat seinen Namen alle Ehre gemacht und wird auch in Zukunft weiter bestehen. Stadt und Region hat mehr und mehr den industriellen Charakter abgelegt und ist im Begriff neben dem Kloster Montecassino des Heiligen Benedikt, dem Schutzpatron Europas und dem Heiligen Berg der ehemaligen Cassinokämpfer, auch ein Ort der Künste, der Wissenschaft und des Verweilens zu werden.
Die Deutsche Monte Cassino Vereinigung und die Deutsche Monte Cassino Stiftung werden auch in Zukunft alles tun, um Cassino zur dauernden internationalen Begegnungsstätte für Versöhnung werden zu lassen, denn alles spricht für Cassino.

In vielen Ländern der Erde gilt die Schlacht von Cassino als Synonym für die Sinnlosigkeit des Krieges. Die Zerstörung und der Wiederaufbau des Klosters Montecassino, des ältesten Klosters der Christenheit in Europa, als Mahnmal gegen den Krieg und für den Frieden.

Die Schlachtvon Cassino war die größte Völkerschlacht des Zweiten Weltkrieges. Soldaten aus mehr als 32 Nationen waren beteiligt.
In unmittelbarer Umgebung Cassinos befinden sich große Kriegsgräberstätten der an der Schlacht beteiligten Nationen, darunter Deutschland, England, Frankreich, Italien und Polen sowie der US-Amerikaner bei Anzio Nettuno.

Durch das große Leid, das die verheerenden Kämpfe für die Stadt Cassino, die umliegenden Gemeinden und die hier lebende Zivilbevölkerung mit sich brachte, ist dort die Erinnerung an die Schlacht bis heute allgegenwärtig und wird von der Stadt aktiv gefördert.

Durch seine zentrale Lage zwischen antiken Stätten des Weltkulturerbes wie Rom und Pompeji bietet Cassino ideale Voraussetzungen für ein ergänzendes Kulturprogramm.

Führungswechsel in der DMCV nach 45 Jahren der Leitung und Ausübung der Aufgaben

Bei der Vorbereitung zum 65. Cassino Gedenktag war abzusehen, daß ich der notwendigen Organisation im nunmehrigen Alter von 88 Jahren nicht mehr gewachsen sein würde und zukünftig auch nicht mehr das Amt des Vorsitzenden ausüben könnte.
Die schwierige Suche nach einem würdigen und tatkräftigen Nachfolger ergab sich während einer Gedenkfeier der Monte Cassino Stiftung mit Jugendgruppen aus Deutschland, Polen und Italien, an der auch eine größere Reisegruppe der Traditionsgemeinschaft der Fernspähtruppe der Bundeswehr im Bund Deutscher Fallschirmjäger auf Einladung der Stiftung teilnahm.

Das Zusammenwirken mit den Fernspähern und ihrem Kameradschaftsleiter Ernst Krug bei dieser Gedenkfeier ergab sowohl bei der Feier in der Stadt, wie auch auf dem Soldatenfriedhof ein solch gutes Zusammenwirken, daß ich dem Kamerad Ernst Krug die Organisation für die Gedenkfeier zum 65. Jahrestag der Cassinoschlacht anbot.

In der Generalversammlung der Traditionsgemeinschaft der Fernspäher bat der Vorsitzende seine versammelten Kameraden diese Aufgabe unter seiner Führung anzunehmen, was mit großer Zustimmung erfolgte.
Die zu den Gedenktagen im Mai 2009 erfolgte Organisation der Reise und der Gedenktage war so vorbildlich und erfolgreich, daß sich danach auch eine Übernahme der DMCV angesichts meines hohen Alters beinahe von selbst ergab.
Bei der Feier zum 70. Geburtstag des Kameraden Ernst Krug am 6. September 2009 in den Traditionsräumen der Traditionskameradschaft im Heimatort Erbenhausen bei Homberg/Ohm, erfolgte die offizielle Übergabe der Leitung der DMCV, zu der auch Präsidium und Vorstand des Bundes Deutscher Fallschirmjäger seine volle Zustimmung gab.
Unter großem Beifall der Versammlung wurde mir von Ernst Krug das Amt des Ehrenvorsitzenden mit entsprechenden Urkunden angetragen, was ich mit Dank und großer Freude annahm.

Mit der Beendigung meiner Aufgaben als Vorsitzenden der DMCV möchte ich mich für die langjährige Zusammenarbeit bei allen Mitgliedern der Vereinigung und ihren Förderern sehr herzlich bedanken. Ausdrücklich besonders bei jenen, die mir vor oder nach dem 65. Gedenktag noch so zahlreiche Briefe zuschickten, die ich nicht in der Lage war, alle zu beantworten. Ebenfalls Fotos von der Gedenkveranstaltung, die alle in einem Album zusammengefaßt werden und dem neu geschaffenem Museum der DMCV in Erbenhausen zum dauernden Verbleib übergeben werden.
Übergeben werden neben dem verbliebenen Kassenbestand der durch die Veröffentlichung der Jahrbücher der DMCV bis zum Doppelband zum 60. Jahrestag der Cassino Schlacht eingenommenen Beträge und Spenden, auch alle Bestände an noch nicht vergriffenen Jahrbüchern ab 1992, die noch für 10,00 € pro Exemplar bezogen werden können, um die Kasse der DMCV aufzubessern, die weiter für große Aufgaben steht.

Im Museum in Erbenhausen sind zukünftig auch alle Geschenke, Bücher und sonstige Errungenschaften zu sehen, welche uns von ehemaligen Gegnern, von eigenen Veteranen und militärischen Verbänden des In- und Auslandes zugedacht wurden.

In diesem Zusammenhang bitte ich auch um Beachtung meines eigenen Buchangebotes, das jedem Brief beigefügt ist.

Zum Schluß meines Briefes möchte ich allen Mitgliedern und Förderern des DMCV ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen und ein gesundes Neues Jahr.

Mit kameradschaftlichen und herzlichen Grüßen, Euer

Josef Klein

17. April 2011