Das Sommerfest der Traditionskameradschaft Fernspäher im BDF

Das Sommerfest der Traka FeSpaehTrp fand vom 01.-03.07 2011 in den Traka- Clubräumen Homberg- Erbenhausen statt. Sie war von Ernst Krug im J.2006 Jahren gegründet worden. Ihr gehören derzeit über 200 Mitglieder an. Seit 2009 Jahr ist Krug auch Vorsitzender der Deutschen Monte Cassino Vereinigung. (DMCV). Über viele Jahre hinweg besuchte er die Originalschauplätze in der Region Cassino und recherchierte bei den immer weniger werdenden Zeitzeugen. Für die Veteranen und andere Interessenten organisiert er Fahrten, um die zahlreichen Soldatenfriedhöfe und Kriegsschauplätze aufzusuchen.-

Zu Beginn des Sommerfestes war im neuen M. Cassino–Raum in Erbenhausen das Diorama zu den einzelnen Kampfhandlungen zu besichtigen. Vorsitzender Ernst Krug begrüßte die über 90 Teilnehmer aus allen Bundesländern, die Veteranen und 15 italienische Freunde, die Krug bei seinen Recherchen vor Ort kennen und schätzen gelernt hat. Aus dem Allgäu kam Msgr. Hermann Völk, aus Frankfurt J. Martin für die FJ Kameradschaft Frankfurt-Wiesbaden. Bersagleris präsentierten sich in ihren historischen Paradeuniformen. Enttäuschung kam auf, als der Vorsitzende bekannt geben musste, der Festvortrag falle aus, Graf Strachwitz habe wegen einer Tagung absagen lassen müssen.

Der Freitagnachmittag stand ganz im Zeichen der Ereignisse von 1944. Schon immer hat Krug bedauert, dass es nirgends in Deutschland eine Monte Cassino-Gedenkstätte gibt, während in Italien das Kriegsgeschehen allgegenwärtig ist. Das veranlasste ihn, in seinem Garten ein Mahnmal zu errichten. Am Nachmittag formierten sich die Teilnehmer zu einem Zug hinüber auf sein Gartengrundstück. Die Kränze trugen die Veteranen Herbert Fries und Kurt Seib, gefolgt von Fahnenträgern, den Vertretern der Kirchen, Veteranen und den übrigen Gästen. Es wurde Aufstellung genommen am noch verhüllten Mahnmal. Ernst Krug bekräftigte das beständige Leitmotiv der DCMV „erinnern – gedenken – mahnen“. Was hier zu sehen ist, sei Ausdruck von Gewalt und Zerstörung, zu einem Mahnmal zusammengefügt jedoch ein Ausdruck von Erinnerung und Versöhnung. Msgr. Hermann Völk und Ernst Krug nahmen dann die feierliche Enthüllung vor: 3 Stahlhelme, montiert auf Originalfundstücken, Bombensplittern und zerfetzten Granaten, die Krug und seine italienischen Freunde aus der Erde von M. Cassino geborgen hatten. Karl Sänger rezitierte ein Gedicht von Helmut Weber, geschrieben 1946 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. General Georg Bernhardt, Vorsitzender des Bundes Deutscher Fallschirmjäger, hielt eine eindringliche Gedenkrede. Macht ein Mahnmal Sinn 67 Jahre nach den Ereignissen und 1500km entfernt von ihnen? Ja, weil, es Zeichen der Erinnerung sei im derzeit verunsicherten Europa, weil es etwas Beständiges sei in unserer schnelllebigen Zeit und weil es für die gemeinsame Wurzel der europäischen Länder stehe. Das widerspiegele sich auch im mittelhessischen Raum. Hier seien es die Botschaft des Hl. Bonifatius aus dem Benediktinerkloster Fulda und die des Hl. Benedikt aus dem Kloster M.Cassino, die die Christianisierung Europas und damit eine gemeinsame Geschichte begründet hätten. Vieles davon sei durch Gewalt und Kriege verloren gegangen. 1200 Jahre später mahne uns dieses Denkmal, der 22000 Gefallenen zu gedenken, der namenlosen zivilen Opfer und ihrem Leid sowie den Gefallenen der Gegenseite. Wir seien es den Opfern der Schlacht um M. Cassino schuldig, sie nicht zu vergessen. Menschen wie Ernst Krug sei es zu danken, wenn aus den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit wieder Mut und Zuversicht auf europäischer Ebene erwachse, so der General. Kränze wurden niedergelegt. Zum militärischen Gruß senkten sich die Fahnen. Es erklang „Il silenzio“und „Ich hatt’ einen Kameraden“. Eine ökumenische Andacht schloß sich an mit Segensworten von Monsignore Hermann Völk, vor 67 Jahren Oberleutnant in M. Cassino, von Signor Colonnello Don Angelo Moncello, Kaplan Christoph Nowak und Pfarrer Ulrich Heyn . Das gemeinsame „Vater Unser“ und „Rot scheint die Sonne“ beendeten die Feierstunde.

Im weiteren Verlauf des Sommerfestes stand eine Fahrt in die Rhön mit Besuch von Klosterkreuzberg auf dem Programm. Anschließend ging es weiter zum Point Alpha, wo sich Amerikaner und Ostdeutsche während des Kalten Krieges in Sichtweite gegenüberstanden. Abends erhielt Vorsitzender Ernst Krug zahlreiche Ehrungen von italienischer Seite für seine Verdienste um die Völkerverständigung. Unter lang anhaltendem Beifall überreichte man ihm eine Ehrentafel von der Gemeinde San Elia. Für die Bersagleri übergab Enrico Toti eine Ehrenplakette verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft in der italienischen M.Cassino Vereinigung. Am Sonntag bestand Gelegenheit, eine private militärische Sammlung in Wetzlar zu besichtigen. Kontrastprogramm zu den eher besinnlichen Stunden war der Besuch des Wetzlarer Ochsenfestes. Dieses typisch deutsche Volksfest dürfte für die italienischen Gäste ein besonderes Erlebnis gewesen sein und noch lange in Erinnerung bleiben. Nach diesen 3 Tagen fiel das Abschiednehmen schwer, doch die Freude auf ein Wiedersehen wog alles auf

Erika Müller

10. Juli 2011