Die TraKa FeSpähTrp an der Maginotlinie

Zu einer 2tägigen Informationsfahrt an die Maginotlinie im Elsaß und nach Sinsheim war die Traditionskameradschaft Fernspähtruppe im BDF am 3.10.08 von ihrem ehemaligen Standort Herborn aus gestartet. Im Bus begrüßte Vorsitzender Ernst Krug die Teilnehmer.

Den Nachmittag des ersten Tages verbrachten sie im Technikmuseum Sinsheim. Dieses Museum der Superlative ist im J.1981 eröffnet worden und zeigt 3000 Exponate auf 50 000 qm Fläche. Sie erstrecken sich über 3 Jahrhunderte vom Fahrrad über den Oldtimer zum raketenbetriebenen Rennwagen. Dampfmaschinen, historische Lokomotiven von gewaltigen Ausmaßen, Motoren, Getriebe, Gestänge und ihre Mechanik vermitteln dem Betrachter die Gesetze der Physik und einen Eindruck von Erfindergeist und Ingenieurkunst. Das besondere Interesse der Besucher aus Mittelhessen galt der Militärabteilung mit den Panzerfahrzeugen, Waffensystemen, Flugzeugen und den großen MAN-Motoren. Auch die bescheidenen Nachkriegsfahrzeuge wie z.B.die Isetta, Vespa, Lloyd Alexander NSU Quickly fanden Beachtung. Auf der Freifläche die Flugzeugschau mit begehbaren Flugzeugen, darunter auch die JU 52/3m, imponierend die legendäre Concorde und ihr russisches Gegenstück, die Tupolev TU144.

Anschließend stand die Stadt Speyer auf dem Programm. Es konnten alternativ das dortige Technikmuseum oder Stadt und der romanische Dom, Grablege deutscher Kaiser und Könige besichtigt werden.

Im idyllischen Weinort Geinsheim westlich von Speyer fand dann ein stimmungsvoller Kameradschaftsabend statt, der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Am nächsten Morgen ging es weiter in Richtung französische Grenze zum Fort Schoenenbourg, der bedeutendsten Bunkeranlage der 700 km langen Maginotlinie. Gästeführerin Mme. Irène führte die Besucher 135 Stufen hinunter in eine Tiefe von 30m. Es ging durch ein Labyrinth von endlos scheinenden gemauerten Gängen, über Schienen und Schächte, entlang an Rohren und Kabeln. Die seitlichen Nischen gewähren Einblick in die Betonblocks für Unterkünfte, Speiseräume, die Küche, das Lazarett mit OP-Raum, das Kraftwerk, die Kommandostelle mit Nachrichtentechnik sowie für die gesamte Versorgung mit Wasser / Abwasser, Elektrizität und Belüftung. 70 Elektriker hatten eine reibungslose Funktion zu gewährleisten. Die Kuppeln mit den Gefechtsköpfen ließen sich mit einer komplizierten Mechanik über die Erdoberfläche ausfahren. Bei Stromausfall wurde eine Handkurbel in Betrieb genommen.

Nach 3 Stunden stieg die Gruppe wieder hinauf an’s Tageslicht. Abschreckung, Schutz und Verteidigung sollte das gewaltige Grenzsicherungs-System garantieren. Der französische Minister André Maginot hatte es zwischen 1930 und 1936 für 5 Mrd.alte Francs anlegen lassen. Am 1.Juli 1940 mußte das Fort Schoenenbourg kapitulieren. Seine Mannschaft wurde in eine lange Gefangenschaft abgeführt. Deutsche Soldaten hielten es bis zum Kriegsende besetzt. Im J. 1982 übernahm die französische Vereinigung „Freunde der Maginotlinie“ die Trägerschaft für die gesamten Anlage und hält die interessantesten Abschnitte für Besucher zugänglich.

Auf der Rückfahrt an den frühherbstliche Weinbergen entlang wurde ein Zwischenstopp am Deutschen Weintor in Schweigen eingelegt und schließlich am frühen Abend Herborn erreicht.

(Erika Müller)

17. April 2011