Ehemalige Fernspäher am Montecassino

Gräber mahnen zur Versöhnung

Herborn – Seelbach
Die Albaner Berge und Montecassino haben jetzt 18 Mitglieder der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe gemeinsam mit Kameraden aus Baden- Württemberg besucht. Die Besucher waren ebenso beeindruckt von der herrlichen Bergwelt mit dem alles überragenden Kloster wie von der schrecklichen Vergangenheit des Ortes, der 1943/44 die Schlüsselstellung der „Gustav-Linie“ südöstlich von Rom war: Hier kämpften Soldaten aus 28 Nationen, mehr als 107.000 fanden den Tod.

Die Traditionskameradschaft besuchte die Höhe 539, wo Karl Schramm von seinen Kriegserlebnissen berichtete, ebenso wie den polnischen Friedhof, um dort Blumengebinde niederzulegen, bevor sie das im sechsten Jahrhundert errichtete Benediktinerkloster Montecassino besichtigten. Das Kloster war von der US- Luftwaffe zerstört worden, die dort fälschlicherweise eine deutsche Stellung vermutete. Die heute zu besichtigenden Kunstschätze im nach dem Krieg wieder aufgebauten Kloster waren glücklicherweise rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Im weiteren Verlauf vom TraKa- Vorsitzenden Ernst Krug organisierten Reise besuchten die Fernspäher den Soldatenfriedhof Montecassino und den Soldatenfriedhof Pomezia, wo 27.443 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhe fanden, um einen Kranz niederzulegen. Außerdem standen ein gemeinsamer Gedenkgottesdienst in der neuen Stadtkirche von Cassino in italienischer, polnischer und deutschen Sprache, ein Treffen von deutschen, italienischen und polnischen Schülern mit den ehemaligen Kriegsteilnehmern und eine Fahrt entlang der Küste bis Anzio-Nettuno auf dem Programm.
„Montecassino verpflichtet zum Gedenken, zur Mahnung, aber auch zur Versöhnung über den Gräbern“, so Krugs Bilanz der Reise.

17. April 2011