Fahrt der Monte Cassino – Vereinigung zum 66.Jahrestag der Kämpfe

Zum Gedenken an das Ende der Schlacht um Monte Cassino vor 66 Jahren am 18.Mai 1944 hatte Ernst Krug, Vorsitzender der deutschen MC-Vereinigung zu einer Fahrt nach Italien eingeladen. Unter den 24 Teilnehmern waren 8 Veteranen, darunter ein Ritterkreuzträger. Besucht wurden ehemalige Schlachtfelder , die Friedhöfe beteiligter Nationen sowie die Gedenkstätte St. Angelo mit der großen Friedensglocke.

Am Tag 1 führte der heutige Geländeeigentümer Guiseppe Di Cicco, damals 19 Jahre alt, nach seiner Begrüßung die Gruppe zum Gefechtsstand von Generalfeldmarschall Kesselring in Sant Apollinare und durch die Bunkeranlagen. Weiter ging es zu den Schlachtfeldern am Schlangenkopf, der Höhe 593, zur Massa Albanetta und der Höhe 601.

Am Tag 2 gab es eine Gedenkfeier auf dem Deutschen Friedhof in Caira mit zahlreichen hochrangigen Gästen aus Italien und den USA. In seiner Rede erinnerte Vorsitzender Ernst Krug an die Härte der Schlacht und die Bombardierung der Stadt Montecassino am 15. März 1944 durch 775 Flugzeuge, die 1150 t Bomben abwarfen. Der Statistik nach entsprach das 5 t pro Kopf der Deutschen Soldaten .Der Mut , die Tapferkeit der deutschen Verteidiger sowie Leiden und Opfer der Zivilbevölkerung dürften nicht vergessen werden, mahnte Ernst Krug. Fehlwürfe der Bomber hatten damals die Orte Belmonte, Pozilli, Sant Ellia und Venafro zerstört und viele zivile Opfer gefordert.

 

Am Tag 3 wurden weitere Gefechtsräume in den Bergen besucht, u.a. auch das Panzerdenkmal an der Cavendish Road (Panzerstraße).

Am Tag 4 fand auf dem Col Abate im Rahmen einer Gedenkfeier eine Hl. Messe mit Sign.Colonello Don Angelo Moncelli statt. Ernst Krug erläuterte die Kampfhandlungen während der ersten Schlacht vom 17.Jan.44. – 18.Febr.44 . Damals mussten die 44. Inf.Div. (Hoch -und Deutschmeister), die 90. Panzergrenadierdivision und die franz. Kolonial- truppen schwerste Verluste hinnehmen. Dabei hatte der Berg drei verschiedene Besetzer. Ein Kameradschaftsabend mit internationalen Gästen im Hotel Pavone beschloss den Tag.

Am Tag 5 besuchte die Gruppe das sehenswerte Museum Piana delle Orme, einen Bauernhof mit Militärmuseum bei Borgo Faiti.. Besonders eindrucksvoll war die dreidimensionale Dar- stellung der Bombardierung des Klosters Montecassino am 15.02.44 mit der authentischen Geräuschkulisse. Am Abend wurde wehmütig Abschied genommen von den italienischen Freunden.

Am Tag 6 erfolgte die Rückfahrt wieder mit Zwischenübernachtung in Südtirol.
Für die Teilnehmer waren es unvergessliche Tage, unvergesslich vor allem für die Veteranen, die noch einmal die Originalschauplätze ihrer damaligen Kämpfe betreten konnten. Viele Eindrücke wurden mitgenommen, viele Kontakte zur Bevölkerung geknüpft, Begegnungen erlebt und Freundschaften geschlossen.
Der Besuch aus Deutschland wurde in der regionalen Presse ausführlich gewürdigt. Für die Freunde aus Cassino Esperia und Sant Apollinare sind Besuch und Gegenbesuch im mittelhessischen Homberg-Erbenhausen geplant.

„Unsere Fahrt war eine Spurensuche. Erinnerung an die gefallenen Soldaten und die Bereitschaft zur Völkerverständigung ist die Botschaft, die von diesen Tagen ausgehen soll“ fasste Vorsitzender Ernst Krug den Inhalt der Reise zusammen.

Erika Müller
Fotos: Peter Reininger

17. April 2011