Gedenken an Oberstleutnant a.D. Konrad Rittmeyer

Am 17.März 2009 verstarb in Veitshöchheim Oberstleutnant a.D. Konrad Rittmeyer im Alter von 90 Jahren. Geboren am 16.02.1919 in Schwandorf(Opfz), meldete er sich bereits mit 18 Jahren zur Wehrmacht. Als 20-jähriger nahm er im festen Glauben für Volk und Vaterland und für eine gute Sache zu kämpfen, am Polenfeldzug und am Frankreichfeldzug teil. Danach kämpfte er mit seiner Panzeraufklärungskompanie, oft hinter den feindlichen Linien, in Afrika und Russland. Zuletzt gehörte er der Heeresgruppe Schörner an. Für seinen Mut und seine Tapferkeit erhielt er das Ritterkreuz, das Deutsche Kreuz in Gold, das EK I, das EK II, das Afrikaband, die Winterschlachtmedaille (Gefrierfleischorden) und das Verwundetenabzeichen.
Zunächst geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft; später wurde er dann an die Russen ausgeliefert. Diese haben ihn 3mal zum Tode verurteilt und dann in ein Schweigelager nach Sibirien verbracht. Im J. 1955 kehrte er nach über 10 Jahren heim.

Seine Kraft und sein Lebenswille waren ungebrochen. 1956 stellte er seine Kenntnisse und Erfahrungen seinem Vaterland für den Aufbau der Bundeswehr zur Verfügung. Er erhielt den Auftrag, sich am Aufbau der Panzeraufklärungstruppe zu beteiligen. 1961 dann den Auftrag, eine Fernspähtruppe aufzubauen und absolvierte dazu im Alter von 43 Jahren noch einen Springerlehrgang. Er begann mit einem kleinen Kader von 20 Mann in einer Baracke in Altenstadt (Schongau). Daraus entstand dann das Stammpersonal der Fernspähkompanien 100 und 200, deren Chef er wurde, sowie die Kompanie 300. Als Wappen der neuen Waffengattung führte er im J. 1962 den mit einer Lanze bewaffneten stürzenden Adler mit Fallschirm ein. Dieses Symbol gehört jetzt zur Fahne der im J. 2006 gegründeten Traditionskameradschaft Fernspähtruppe und wird als Abzeichen getragen. Major Rittmeyer, auch als „Vater der Fernspähtruppe“ bezeichnet, war ein Vorgesetzter zum Anfassen. Im J. 2007 war es für ihn selbstverständlich, der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe beizutreten. Im Traditionsraum Homberg-Erbenhausen erinnert eine Darstellung seiner militärischen Laufbahn an diesen großen Soldaten, eine Persönlichkeit, der man mit Vertrauen und Respekt begegnete, die Leitbild und Vorbild zugleich war.

In der Trauerhalle des Veitshöchheimer Friedhofs hatten sich am 20. März über hundert Trauergäste eingefunden, darunter Soldaten der ersten Stunde sowie aktive Soldaten der FeSpähKomp 200 aus Pfullendorf und Angehörige der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe. Den Nachruf auf den „Soldaten vom Scheitel bis zur Sohle“ verlas Peter Wilpert vom Standort Würzburg. Der mit einem schwarz-rot-goldenen Fahnentuch bedeckte Sarg wurde flankiert von 6 Kameraden der damaligen Kompanien 100, 200 und 300 sowie der Fahne der TraKa.

Die Melodie “ Ich hatt’ einen Kameraden“ und ein militärischer Trommelwirbel begleitete den Toten auf seinem letzten Weg.

17. April 2011