Gedenken und Gespräche

Ein volles Programm hatte DMCV-Vorsitzender Ernst Krug für unseren 3-tägigen Aufenthalt in Monte Cassino zusammengestellt. Im Mittelpunkt stand das Totengedenken am Volkstrauertag auf dem Deutschen Friedhof in Caira. Zudem ging es um die Vorbereitung der 70-Jahrfeierlichkeiten im Mai 2014.

Am Donnerstag, den 14.11.13 machte sich unser Vorkommando auf den Weg. Wir – das sind Vorsitzender Ernst Krug, Dieter Kraus und Pressefrau Erika Müller. Per PKW über den leicht verschneiten Brenner und nach einer Zwischenübernachtung in Südtirol erreichten wir unser Quartier im Hotel Rocca in Cassino.

Was wird für Mai 2014 geplant?
Darüber sprach Ernst Krug mit Dolmetscherin Claudia und informierte sich über die verschiedenen Militärmuseen. Unsere italienischen Freunde und Kameraden bereiteten uns einen überaus herzlichen Empfang. Die Bersagleri luden uns zum Mittagessen ein, das sich bis zum Abend hinzog. Am nächsten Tag gab es Gespräche mit Simone, Mario und Walter. Auf der Tagesordnung stand das Beiprogramm mit Busrouten, Fahrzeiten und Besichtigungen. Zufahrten, Haltestellen und Parkmöglichkeiten mußten festgelegt werden. Geradezu schweißtreibend waren die Verhandlungen in Südtirol wie auch in Cassino. Ernst Krug lieferte sich wahre Preisgefechte mit den beiden Hoteliers. Da Cassino 2014 für die meisten der Veteranen wohl die letzte Fahrt sein dürfte, wollen wir für sie den Ablauf besonders sorgfältig vorbereiten. Das Thema „Organisation“ stand auch im Mittelpunkt der abendlichen Einladungen im Hause Janetta sowie bei Rita und Cosmo, wo wir viel italienische Gastlichlichkeit erfahren durften.

Am Sonntag trafen sich ca. 150 Teilnehmer auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Caira. Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte die Feierstunde zum Volkstrauertag organisiert. Die Gesandte Frau Nibbeling-Wrießnig hielt als Vertreterin des Deutschen Botschafters in Italien die Eröffnungsansprache. Sie begrüßte zunächst die Vertreter der Kirchen, des Militärs, der Kommunen und Herrn Betz vom VDK. Die Trauer des heutigen Tages berühre und vereine uns alle, das Gedenken an die Opfer sei eine zutiefst emotionale und persönliche Angelegenheit. Sie erzeuge Respekt, Toleranz und Solidarität. Im weiteren Verlauf ging die Rednerin auf die Ereignisse des Jahres 1943 ein.Sie gedachte der 130000 Opfer der Region Cassino und der Zerstörung des Klosters. Sie erinnerte aber auch an die Gefallenen des 1.Weltkrieges, an Kriegsgefangene und an das Leiden der Zivilbevölkerung durch Terror und Gewalt und der Deutschen Bundeswehrsoldaten, die bei Auslandseinsätzen um’s Leben kamen. Danach wurden Kränze niedergelegt, für die DMCV von deren Vorsitzendem Ernst Krug, flankiert von Walter Janetta und Dieter Kraus. Auf der Trompete erklanG „Il Silenzio“. Die Vertreter der beiden Kirchen sprachen ein Totengedenken und gemeinsame Segensworte. Herr Betz vom VDK schloß die Veranstaltung. Danach trafen wir uns in den Räumen der Friedhofsverwaltung zum Gedankenaustausch und trafen auf so manches bekannte Gesicht. Am Abend folgten wir Giovannis Einladung zu einem Umtrunk. Er machte mit uns einen Rundgang durch sein Anwesen und seine Sammlung von allerlei Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens.

Damit gingen für uns drei intensiv erlebte Tage vorbei – kein Spaziergang – und doch voller Eindrücke.

Erika Müller

10. Dezember 2013