Gedenkfeier und Sommerfest in Erbenhausen

Stattliche 40 Anmeldungen konnte Geschäftsführer Egon vorweisen. Das zeigt, daß sich Erbenhausen zu einem Anziehungspunkt für kameradschaftliches Miteinander entwickelt hat. Das diesjährige Sommerfest war wieder mit einer Monte Cassino Gedenkveranstaltung verbunden.

Vor 70 Jahren wurden die Kämpfe beendet. Zurück blieben 130 000 Gefallene und tote Zivilisten, Grund genug für Ernst Krug, Vorsitzender der DMCV, in einer Feierstunde daran zu erinnern. Angeführt vom Evangelischen Posaunenchor Groß-Felda zogen die Teilnehmer zum Gartengrundstück, das Ernst Krug zu einer Gedenkstätte umgestaltet hat Zwischen Blumen, Gehölzen und Gestein trat der „Stürzende Adler“ deutlich hervor, eine Holzskulptur, die Ernst in dieser Feierstunde vorstellte. Kameradschaftsleiter Kai-Michael begrüßte die Teilnehmer und stimmte auf den besinnlichen Teil des Tages ein. Er gedachte der Bundeswehrsoldaten, die derzeit im fernen Afghanistan ihren Dienst verrichten und erinnerte an das Ende der Kämpfe um M.Cassino vor 70 Jahren. Eine Begegnung anläßlich der Gedenkfeiern in M.Cassino 2014 bleibe ihm noch lange im Gedächtnis. Eine Teilnehmerin aus Schottland übergab ihm einen alten Feldstecher, der einst einem Kriegsgegner gehörte und jetzt zum Zeichen der Aussöhnung wieder „zurückgegeben“ wurde. So werde die Erinnerung mit Leben und Aktualität erfüllt. Der Evangelische Posaunnenchor spielte die Nationalhymne. Gerhard Roos, zur Zeit mit der Flugsicherung in Afghanistan betraut, beschwor in eindringlichen Worten, den Ehrenkodex der Soldaten zu bewahren, ihn zu achten und sich zu ihm zu bekennen. Auch wenn manches verschwinde und dem Zeitgeist geopfert werde, bleibe der Inhalt weiter bestehen. Dazu gehöre Kameradschaft, Tradition, Verantwortung und der Wille, zu kämpfen. Soldaten verdienten mehr Anerkennung und Respekt, als es in der Öffentlichkeit Fall ist. Er fand deutliche Worte zu aktuellen Themen und sprach aus, was viele denken. Nach dem Choral „Ich bete an die Macht der Liebe nahm Pfarrer Ulrich Heyn Bezug auf das Evangelium nach Matth.8: Jesus begegnet einem Hauptmann und richtet das höchste Lob, das er je sprach, an einen Soldaten. Bewaffnete Konflikte habe es schon damals gegeben. Sie seien geblieben über die Jahrhunderte. Geblieben sei auch die Aufgabe der Soldaten, zu beschützen und zu bewahren. Dazu möge diese Gedenkstätte beitragen. Zwei Veteranen, die 1943/44 durch die Hölle von M. Cassino gegangen waren, legten am Mahnmal mit dem stürzenden Adler einen Kranz nieder. Ernst Krug mahnte abschließend, nicht nachzulassen in dem Bemühen um Frieden und Völkerverständigung. Pfarrer Heyn sprach ein Friedensgebet und Segensworte. Der Posaunenchor umrahmte die Feierstunde und spielte zum Schluss „Ich hatt‘ einen Kameraden“.

Später traf man sich zum geselligen Teil des Tages auf dem Hof von Ernst Krug, begleitet von volkstümlicher Blasmusik. Das kräftige Abendessen war eine gute Grundlage und Keule Büttners Lieder zur Gitarre (geradezu unerschöpflich) taten ein übriges, um den Abend unter der Eiche in Ernst Krugs denkmalgeschütztem Anwesen zum Erfolg werden zu lassen. Dank an alle, die dazu beigetragen haben!

Erika Müller

09. August 2014