Privates Denkmal für die Gefallenen enthüllt

Privates Denkmal für die Gefallenen enthülltSoldatenkameradschaft »Traka fernspähtruppe« feierte ihr Sommerfest – Teilnehmer formierten sich zum Zug

Homberg- Erbenhausen (pm). In ihren Clubräumen in Erbenhausen feierte dieser Tage die Soldatenkameradschaft »Traka fernspähtruppe« ihr Sommerfest. Vor zehn Jahren von Ernst Krug für  für seine ehemaligen Kameraden gegründet, gehören ihr heute über 200 Mitglieder an. Seit zwei Jahren ist Krug auch Vorsitzender der Deutschen Monte-Cassino-Vereinigung. (DMCV). Ihr Ziel ist Mahnung, Völkerverständigung, Aussöhnung sowie das Wachhalten der Erinnerung an eine der blutigsten Sclachten des 2. Weltkrieges. Sie kostete im WInter 1943/44 über 100.000 Soldaten und Zivilisten das Leben. Seit Jahren besucht Ernst Krug die Originalschauplätze in der Region Cassino und recherchiert bei den immer weniger werdenden Zeitzeugen. Für die Veteranen und andere Interessenten organisiert er Fahren, um die Soldatenfriedhöfe und Kriegsschauplätze aufzusuchen.
Zu Beginn des Sommerfestes war im neuen Monte-Cassino-Raum das Diorama zu den einzelnen Kampfhandlungen zu besichtigen. Auch Krugs privates Bauernhofmuseum öffnete seine Pforten für die Besucher. Über 90 Teilnehmer aus allen Bundesländern waren gekommen, Veteranen und 15 italienische Freunde, darunter Bersagleris in ihren historischen Paradeuniformen, ebenso wie Teilnehmer aus dem VOgelsberg. Der Freitagnachmittag stand im Zeichen der Ereignisse von 1944. Schon immer hat Krug bedauert, dass es in Deutschland keine Gedenkstätte gibt für die Toten, die in der Hölle von Monte Cassino ihr Leben verloren. Das veranlasste ihn, in seinem Garten ein Mahnnmal zu errichten.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden formierten sich die Teilnehmer zu einem Zug hinüber auf Krugs Gartengrundstück. Kameraden trugen zwei Kränze, gefolgt von Fahnenträgern, den Vertretern der Kirchen, Veteranen und den übrigen Gästen. Ernst Krug betonte das gemeinsame Leitmotiv »Erinnern – gedenken – mahnen« und nahm die feierliche Enthüllung vor: drei Stahlhelme, montiert auf Originalfundstücken, Bombensplittern und zerfetzten Granaten.
Karl Sänger rezitierte das Gedicht eines Veteranen, geschrieben 1946 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. General Georg Bernhardt, Vorsitzender des Bundes Deutscher Fallschirmjäger, hielt eine kurze Gedenkrede. Ein Mahnmal sei etwas Bleibendes, Dauerhaftes, ein Zeichen, um innezuhalten und nachzudenken, besondern wenn sein Ursprung weit entfernt und lange zurück liege. Die Botschaft des hl. Benedikt aus dem Kloster Monte Cassino und die des hl. Bonifatius aus dem Kloster Fulda hätten die Christianisierung Europas und damit eine gemeinsame Geschichte begründet. Vieles davon sei durch Kriege und Gewalt verloren gegangen.
Menschen wie Ernst Krug sei es zu danken, wenn aus den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit weider Mut und Zuversicht auf europäischer Ebene erwachse, so der General. Krämnze wurden niedergelegt. Zum militärischen Gruß senkten sich die Fahnen. Es erklang »Il silenzio« und »Ich hatt einen Kameraden«. Eine ökumenische Andacht mit Segensworten von Monsignore Hermann Völk, vor 67 Jahren Oberleutnant in Monte Cassino, von Kaplan Christoph Nowak und Pfarren Ulrich Heyen schloss sich an. Das gemeinsame »Vaterunser« und »Rot scheint die Sonne« beendeten die Feierstunde.
Im weiteren Verlauf des Sommerfestes stand eine Fahr in die Röhn mit BEsuch vom Klosterkreuzberg auf dem Programm. Anschließend ging es weiter zum Point Alpha, wo sich Amerikaner und Ostdeutsche während des Kalten Krieges in Sichtweite gegenüberstanden. Abends erhielt Vorsitzender Ernst Krug zahlreiche Ehrungen von italienischer Seite für seine Verdienste um die Välkerverständigung. Unter langanhaltendem Beifall überreichte man ihm eine Ehrentafel von der Gemeinde San Elia. Für die Bersagleri übergab Enrico Toti eine Ehrenplakette verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft in der italienischen Monte-Cassino-Vereinigung. Am Sonntag bestand Gelegenheit, eine private militärische Sammlung in Wetzlar zu besichtigen.
Kontrastprogramm zu den eher besinnlichen Stunden war der Besuch des Wetzlarer Oschenfestes. Dieses typisch deutsche Volksfest dürfte für die italienischen Gäste ein besonderes Erlebnis gewesen sein und noch lange in Erinnerung bleiben.

14. Juli 2011