Willkommen bei der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe!

Wir halten zusammen,
wir ehren das Alte,
wir wagen das Neue!

Fallschirmjäger und Fernspäher rufen Dich!

Unser Leitwort:
Es gibt niemals eine Kameradschaft auf Zeit.
Sie währet ein Leben lang,
oder sie war keine echte.

Bleibt Eurer Truppe treu
und werdet Mitglied
in unserer Traditionskameradschaft!

Fahrt der Deutschen Monte Cassino Vereinigung zum 75-jährigen Gedenktag

Am 14. Mai machte sich eine Reisegruppe von Homberg/Ohm aus auf den Weg über Straubing nach Leifers (Bozen) zum Hotel Rotwand. Dort war nach altbewährter Art der erste gemeinsame Abend zum Wiedersehen und Kennenlernen der Teilnehmer. Am nächsten Tag ging es weiter über Bologna, Florenz und Rom nach Cassino, wo von Ferne das Kloster Monte Cassino in Sichtweite kam.

Auch 75 Jahre nach der Schlacht am Monte Cassino ist das Gedenken an die schrecklichen Geschehnisse des Krieges wach. Abordnungen der damals beteiligten Nationen erinnern jedes Jahr daran mit Kranzniederlegungen und feierlichen Zeremonien. Beachtenswert sind die riesigen, schön gepflegten Soldatenfriedhöfe.

OTL d.R. Wolfgang Eberl als Vorsitzender der Deutschen Monte Cassino Vereinigung und Kaimi Horst als Vorsitzender der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe hatten die diesjährige Fahrt organisiert. Bei der Ankunft im Hotel Sant’Elia gab es ein Wiedersehen mit der schottischen Kameradin Sheila Wurr, deren Vater auf Seiten der Alliierten in Italien gegen die deutsche Wehrmacht kämpfte. Vor fünf Jahren hatte sie die Kameradschaft kennengelernt und Freundschaft geknüpft, daraufhin wurde sie Mitglied in der DMCV/TRAKA. Auch eine englische Reisegruppe war in dem Hotel untergebracht. Mit deren Reiseleiter besteht ebenfalls eine freundschaftliche Verbindung, insbesondere durch gemeinsam veranstaltete Andachten der beiden Reisegruppen in den vergangenen Jahren.

Unser erster offizieller Programmpunkt war am 16. Mai die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am Commonwealth Friedhof. Dort legte die deutsche Delegation mehrere Kränze nieder. Am Abend lernten wir im Hotel Sant’Elia Peter Schermann kennen. Sein Vater fiel bei den Kämpfen an der Reinhard-Linie als er einen Monat alt war. Zunächst war sein Vater unter den ‘vermeintlichen’ Toten in Caira beigesetzt worden. Als bei der nochmaligen Untersuchung der damals provisorischen Gräber die Erkennungsmarke seines Vaters entdeckt wurde, konnte man dieses Schicksal endgültig klären. Peter wurde in die Gruppe aufgenommen und am 17. Mai fuhren wir den Bereich der Reinhard-Linie ab, in dem sein Vater eingesetzt war. Im Anschluß war noch Zeit, das Museum „Winter-Linie“ zu besuchen.

Tagesprogramm des Freitags waren die Besichtigung des Klosters Monte Cassino, die Masseria Albaneta, die „Cavendish Road“ mit dem Panzerdenkmal und die heftig umkämpfte Höhe 593. Ein gelungener Kameradschaftsabend mit italienischem Abendessen in Gemeinschaft mit General Fritz und der Fallschirmjägerkameradschaft Nagold beschloss den Tag. Die Kameraden der LLBrig 26, die uns auf dem deutschen Friedhof tatkräftig unterstützten, nahmen ebenfalls daran teil. Dank gebührt Kamerad Nell für die gute Organisation dieses Abends.

Der Samstag war bestimmt durch die mehrstündige Gedenkfeier am Deutschen Soldatenfriedhof in Caira, auf dem die Gebeine von 20 057 Soldaten bestattet sind. Nach den Ansprachen fand die Kranzniederlegung statt, Kameradin Sheila Wurr legte einen Kranz der 1. Britischen Airborne Division nieder, bei der ihr Vater Soldat war. Den Abschluß der Gedenkveranstaltung bildeten die Totensignale ‘IL Silencio’, gespielt von einem italienischen Soldaten und ‘Ich hatte einen Kameraden’, gespielt von Kaimi Horst auf der Klarinette. Anschließend lud die Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu einem Imbiss ein, bei dem sich die vielen Gäste stärken und austauschen konnten, unter ihnen auch der Erzabt des Klosters Monte Cassino und der Botschafter von Neuseeland.

Für den Nachmittag war der Besuch der Gedenkveranstaltung der Hoch- und Deutschmeister am Colle Abate vorgesehen. Wegen des regnerischen Wetters und des dadurch zu riskanten Aufstiegs zum österreichischen Ehrenmal, musste dieses Gedenken unter der Leitung von Oberst Bernd Schlögl in die Kirche von Terelle verlegt werden. Gemeinsam mit dem Ortspriester feierten wir einen Gottesdienst, bei dem ein von Uta Lederer-Hensel vorbereiteter zweisprachiger Predigttext (Pred. 3, 1-8: ‘Alles hat seine Zeit…’) und Gebete vortragen wurden.

Besonders gern folgten wir am Abend zum wiederholten Male der privaten Einladung von Julia und Alex d’Agostina nach Olivella, die seit vielen Jahren zu den engsten italienischen Kameraden der DMCV gehören. In der unglaublich herzlichen Art des Ehepaares wurden wir willkommen geheißen und großzügig mit selbstgemachten Leckereien verköstigt. In fröhlicher Stimmung musizierten Alex und Kaimi mit Gitarre und Akkordeon, gemeinsam sang die Gruppe dazu. Dieser genußreiche italienische Abend in herzlichster Gastfreundschaft von Julia und Alex war ein besonderer Höhepunkt der diesjährigen Fahrt.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am Sonntag an der Gedenkstätte am Gari, S.Angelo in Theodice der gefallenen Soldaten der amerikanischen Streitkräfte und der Opfer der Bevölkerung gedacht. Zu Ehren der Toten übergaben wir dem Fluß einen Kranz und legten an der Gedenkstelle den Kranz des BDF nieder.

Nach einem abschließenden Abend traten wir am Montag, 20. Mai die Rückfahrt nach Hause an. Allen Teilnehmern dieser Fahrt wird das 75-jährige Gedenken an die Schlacht am Monte Cassino und ihrer Opfer in Erinnerung bleiben - auch in Zukunft gelten die Gedanken zum Predigertext:

Einigkeit herrscht darin, dass Krieg nicht wieder stattfinden soll.

Einigkeit herrscht auch darin, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten darf.

Einigkeit herrscht auch an dem Punkt, wo man aus der Vergangenheit für eine bessere Zukunft lernen und entsprechende Konsequenzen ziehen soll. Das beginnt bei jedem einzelnen Menschen selbst. Also ist jeder Einzelne aufgefordert entsprechend zu handeln.

Uta Lederer-Hensel, Kai Michael Horst, Wolfgang Eberl

Termine 2019

Hallo Kameraden,

unsere Termine für 2019 stehen fest und wir freuen uns wie immer auf euch:

  • Fahrt nach Cassino zum 75. Gedenktag: 14.05. - 21.05.2019
  • Sommerfest in Erbenhausen: 2̶2̶.̶0̶6̶.̶2̶0̶1̶9̶ 03.08.2019
  • Ausflug Verdun: 23.08. - 25.08.2019
  • Volkstrauertag, Herborn: 17. 11.2019

Gruß,
Kaimi Horst

Ankündigung: Volkstrauertag am Mahnmal in Herborn am 18.11.2018

Kranzniederlegung und Gedenkveranstaltung am Mahnmal im Marienbader Park an der Schlosstrasse

Beginn: 11:30 Uhr, Treffen um 11:00 Uhr Anzug: Clubjacke mit Barett Parkmöglichkeit: Schlosstrasse, Ecke Friedrich-Ebert-Strasse

Im Anschluss: Gemeinsames Mittagessen im “Restaurant Tiergarten” Rudolf-Braas-Straße 1 35686 Dillenburg-Donsbach

Anmeldung, wenn möglich bis 10.11.2018 an Egon Panz, damit wir ungefähr wissen, wie viele Personen zum Essen da sind.

Horrido und Glück-ab!

Kaimi Horst

Ausflug an den Hartmannsweiler Kopf

14 Kameradinnen und Kameraden brachen am Fr. den 24 August in 2 Kleinbussen auf, um den Hartmannsweilerkopf (franz.: Hartmannswillerkopf) in den Südvogesen im Elsass zu besichtigen. Treffpunkt am Abend war die Unterkunft im Hotel Krone in Neuenburg. Bei dem gemeinsamen Abendessen wurde das Vorhaben für den Samstag erörtert.

„Auf Grund seiner exponierten und strategisch günstigen Lage mit Ausblick in die elsässische und Oberrhein-Ebene war der Hartmannswillerkopf im Ersten Weltkrieg zwischen Deutschen und Franzosen erbittert umkämpft:

Der Kampf um den Gipfel begann am 31. Dezember 1914. Die schwersten Kämpfe gab es am 19./20. Januar, 26. März, 25./26. April und 21./22. Dezember 1915. In den vier Kriegsjahren wechselte die Bergkuppe vier Mal ihren Besitzer. Ab etwa Mitte 1916 reduzierten beide Seiten ihre Truppen dort; intensivere Kämpfe fanden in nördlicheren Frontabschnitten statt. Ab 1916 fanden im Wesentlichen nur noch Artillerieduelle statt. Beide Seiten beschränkten sich darauf, ihre Linien zu halten.

In den Schanzenkämpfen am Hartmannswillerkopf fanden 30.000 französische und deutsche Soldaten den Tod. Etwa doppelt so viele wurden verletzt. Sie führten jedoch für keine Seite zu einem Ergebnis und stehen heute deutlich für die Sinnlosigkeit des Krieges. Ein Umstand, die der Bergkuppe die Bezeichnung als „Menschfresser“ oder „Berg des Todes“ einbrachten.

(Anm. d. Verf.: Laut Auskunft der Wanderführerin haben neuerliche Erkenntnisse die Zahlen der gefallenen Soldaten relativiert. Auf französischer Seite fielen ca. 7500 und auf deutscher Seite 6500 Soldaten.)

Am 3. August 2014, dem 100. Jahrestag der Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich (Erster Weltkrieg), trafen sich am Hartmannswillerkopf Bundespräsident Joachim Gauck und der französische Staatspräsident François Hollande. Am 10. November 2017 weihten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Emmanuel Macron ein gemeinsames deutsch-französisches Museum zum Gedenken an die Gefechte ein.“ (Quelle: de.wikipedia.org)

Am Samstag morgen fanden sich also die Kameradinnen und Kameraden am Hartmannsweiler Kopf ein, wo sie von einer Wanderführerin bereits erwartet wurden. Von 10 bis 13 Uhr wurde durch die vielen Schützengräben, Stellungen, Unterstände, Bunker und Stollen bis zum Gipfel des HWK gewandert. Dabei erhielt die Gruppe einen Einblick in das Kriegsgeschehen und das Alltagsleben der Soldaten. Leider war an diesem Tag zum ersten Mal seit vielen Wochen ein regnerischer und windiger Tag, aber die Zeit verging bei dem zum Teil etwas schwierigen Fußmarsch für die älteren Mitglieder sehr schnell durch die ausgezeichneten und kompetenten Berichte und Erzählungen unserer Wanderführerin.

Der ganze Berg ist wie ein Schweitzer Käse mit ungefähr 60 km Befestigungsanlagen durchzogen. Die Soldaten waren bei der Namensgebung der unterschiedlichen Stellungen sehr einfallsreich, so entstanden z. B. der „Christ-Stollen“ und „Oster-Stollen“, der „Bremer Ratskeller“ oder es wurden die Namen der Liebschaften und der Gattin eines beliebten Offiziers vergeben.

Nachdem die Kämpfe in den Kriegsjahren 1916-1918 abflachten, da sich eine Patt-Situation mit nur wenigen Metern Front-Verschiebung ergeben hatte, verlor der Hartmannsweilerkopf seine strategische Bedeutung und wurde zu einem Nebenkriegsschauplatz. Es kam es zu interessanten Verständigungen unter den sich gegenüberliegenden Soldaten, so wurden beispielsweise Blechbüchsen als Zielscheiben aufgestellt. Die Soldaten informierten die gegnerische Seite über die Zeitpunkte von Angriffen, indem man eine Nachricht mithilfe eines Steines in den gegenüberliegenden Schützengraben warf, so sollte unnötiges Blutvergießen verhindert werden oder die Schützengräben konnten vor einer Handgranaten-Attacke geräumt werden, dieses „Spiel“ wurde dann umgekehrt durchgeführt und danach wurden die Schützengräben wieder „aufgeräumt“. Ein beliebtes Ziel von Patrouillen deutscher Seite war auch das Proviantlager der Franzosen mit Champagner und Rotwein.

Als der 1. Weltkrieg am 11. November 1918 zu Ende war überquerten die Soldaten das Niemandsland und luden sich gegenseitig in ihre Unterstände ein. Auch nach Ende des Krieges kam es zu versöhnenden Treffen noch lebender Veteranen der Kämpfe um den Hartmannsweilerkopf. Zu diesem Anlass wurde zunächst ein Gottesdienst gehalten und danach wurde gemeinsam gegessen und getrunken, vor allem viel Rotwein.

Nach diesen interessanten Einblicken hatten sich die Kameradinnen und Kameraden eine Erholungspause in der Cafeteria verdient. Im Anschluß wurde das neue Deutsch-Französische Museum „Historial“ besichtigt, hier wurden die gesellschaftspolitischen Faktoren, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs führten, in Film/Bild und Wort-Dokumenten aufgeführt. Eine umfangreiche Sammlung von weiterem militärhistorischen Material war ebenfalls für die Besucher ausgestellt. Insgesamt kann man das Deutsch-Französische Historial als sehr interessant und „pädagogisch wertvoll“ bezeichnen.

Der Tag ging mit einem geselligen Beisammensein in der Unterkunft zu Ende und die Kameradinnen und Kameraden kamen nach der Rückfahrt am Sonntag wieder wohlbehalten zuhause an.

Sommerfest der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe

Der Einladung für das jährliche Sommerfest im Garten von Ernst Krug waren am Samstag, den 14. Juli 25 Kameraden gefolgt. Zum Empfang waren Kaffee, Kuchen und andere Erfrischungen vorbereitet worden. Kameradschaftsleiter Horst freute sich unter den Gästen auch den ehemaligen Kompaniechef der Fernspähkompanie 300 Andrischock begrüßen zu dürfen.

Von Keule Büttner war eine Übersicht angefertigt worden, die über durchgeführte Übungen unter OTL i.R. Andrischock berichtete und viele interessante und tolle Erinnerungen weckte. Diese Übersicht wurde Ernst Krug überreicht, damit sie einen würdigen Platz in den Kameradschaftsräumen erhält. Kamerad Audi verteilte im weiteren Verlauf des Nachmittags Schnäpse unter den Kameraden, um mit Ihnen auf seinen 80ten Geburtstag anzustoßen.

Danach begaben sich die Kameraden zum Mahn- und Ehrenmal um die traditionelle Andacht zu halten.

In seiner Ansprache ging Kameradschaftsleiter Horst auf das Traditionsverständnis im Allgemeinen und die Traditionspflege bei der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe im Besonderen ein. Der Tradition der Weltkriegsveteranen der Deutschen Monte Cassino Vereinigung maß er einen besonders hohen Stellenwert zu. Seit Jahrzehnten fuhren Veteranen der 1. Fallschirmjägerdivision nach Monte Cassino, um der gefallenen Kameraden bei den Schlachten im Bereich der Gustav-Linie zu gedenken. Dabei wurden auch die Gedenkveranstaltungen der anderen beteiligten Nationen besucht, Aussöhnung und Völkerverständigung hatten sich die Veteranen auf Ihre Fahne geschrieben. Leider neige sich aber die Ära der Veteranen dem Ende, denn schon seit 2 Jahren war kein Weltkriegsteilnehmer aus Deutschland mehr bei der Fahrt nach Monte Cassino dabei. Dementsprechend rief Horst die Traditionskameradschaft auf, im nächsten Jahr zahlreich an der Fahrt der Deutschen Monte Cassino Vereinigung zur 75-jährigen Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Bei der anschließenden Andacht wurde der gefallenen Kameraden im 2. Weltkrieg gedacht, ebenso der Soldaten der ehemals verfeindeten Nationen und aller zivilen Opfer. Auch der im Einsatz getöteten Soldaten der Bundeswehr und ihrer verbündeten Nationen wurde mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ erinnert.

Danach wurde die Ernennung der Ehrenmitglieder vorgenommen. Leider konnte Frau Erika Müller  am Sommerfest nicht teilnehmen, so daß ihre Ernennung zum Ehrenmitglied auf einen späteren Termin verschoben werden musste. In seiner Laudatio für Ehrenmitglied Dieter Kraus hob Kameradschaftsleiter Horst die jahrelange und großzügige Unterstützung der Aktivitäten der Kameradschaft hervor. Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde ließ die Kameradschaft das neue Ehrenmitglied mit einem 3-fachen Glück-ab hochleben.

Zum Abschluß des offiziellen Teils wurde wie üblich „Rot scheint die Sonne“ gesungen.

Für den gemütlichen Teil war ein hervorragendes Grillbuffet vorbereitet worden, Kamerad Keule sorgte mit Gesang und Gitarrenspiel bis zur Dämmerung für gute Unterhaltung und der Tag klang bei Lagerfeuer und bester Stimmung aus.