Willkommen bei der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe!

Wir halten zusammen,
wir ehren das Alte,
wir wagen das Neue!

Fallschirmjäger und Fernspäher rufen Dich!

Unser Leitwort:
Es gibt niemals eine Kameradschaft auf Zeit.
Sie währet ein Leben lang,
oder sie war keine echte.

Bleibt Eurer Truppe treu
und werdet Mitglied
in unserer Traditionskameradschaft!

Termine 2019

Hallo Kameraden,

unsere Termine für 2019 stehen fest und wir freuen uns wie immer auf euch:

  • Fahrt nach Cassino zum 75. Gedenktag: 14.05. - 21.05.2019
  • Sommerfest in Erbenhausen: 2̶2̶.̶0̶6̶.̶2̶0̶1̶9̶ 03.08.2019
  • Ausflug Verdun: 23.08. - 25.08.2019
  • Volkstrauertag, Herborn: 17. 11.2019

Gruß,
Kaimi Horst

Ankündigung: Volkstrauertag am Mahnmal in Herborn am 18.11.2018

Kranzniederlegung und Gedenkveranstaltung am Mahnmal im Marienbader Park an der Schlosstrasse

Beginn: 11:30 Uhr, Treffen um 11:00 Uhr Anzug: Clubjacke mit Barett Parkmöglichkeit: Schlosstrasse, Ecke Friedrich-Ebert-Strasse

Im Anschluss: Gemeinsames Mittagessen im “Restaurant Tiergarten” Rudolf-Braas-Straße 1 35686 Dillenburg-Donsbach

Anmeldung, wenn möglich bis 10.11.2018 an Egon Panz, damit wir ungefähr wissen, wie viele Personen zum Essen da sind.

Horrido und Glück-ab!

Kaimi Horst

Ausflug an den Hartmannsweiler Kopf

14 Kameradinnen und Kameraden brachen am Fr. den 24 August in 2 Kleinbussen auf, um den Hartmannsweilerkopf (franz.: Hartmannswillerkopf) in den Südvogesen im Elsass zu besichtigen. Treffpunkt am Abend war die Unterkunft im Hotel Krone in Neuenburg. Bei dem gemeinsamen Abendessen wurde das Vorhaben für den Samstag erörtert.

„Auf Grund seiner exponierten und strategisch günstigen Lage mit Ausblick in die elsässische und Oberrhein-Ebene war der Hartmannswillerkopf im Ersten Weltkrieg zwischen Deutschen und Franzosen erbittert umkämpft:

Der Kampf um den Gipfel begann am 31. Dezember 1914. Die schwersten Kämpfe gab es am 19./20. Januar, 26. März, 25./26. April und 21./22. Dezember 1915. In den vier Kriegsjahren wechselte die Bergkuppe vier Mal ihren Besitzer. Ab etwa Mitte 1916 reduzierten beide Seiten ihre Truppen dort; intensivere Kämpfe fanden in nördlicheren Frontabschnitten statt. Ab 1916 fanden im Wesentlichen nur noch Artillerieduelle statt. Beide Seiten beschränkten sich darauf, ihre Linien zu halten.

In den Schanzenkämpfen am Hartmannswillerkopf fanden 30.000 französische und deutsche Soldaten den Tod. Etwa doppelt so viele wurden verletzt. Sie führten jedoch für keine Seite zu einem Ergebnis und stehen heute deutlich für die Sinnlosigkeit des Krieges. Ein Umstand, die der Bergkuppe die Bezeichnung als „Menschfresser“ oder „Berg des Todes“ einbrachten.

(Anm. d. Verf.: Laut Auskunft der Wanderführerin haben neuerliche Erkenntnisse die Zahlen der gefallenen Soldaten relativiert. Auf französischer Seite fielen ca. 7500 und auf deutscher Seite 6500 Soldaten.)

Am 3. August 2014, dem 100. Jahrestag der Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich (Erster Weltkrieg), trafen sich am Hartmannswillerkopf Bundespräsident Joachim Gauck und der französische Staatspräsident François Hollande. Am 10. November 2017 weihten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Emmanuel Macron ein gemeinsames deutsch-französisches Museum zum Gedenken an die Gefechte ein.“ (Quelle: de.wikipedia.org)

Am Samstag morgen fanden sich also die Kameradinnen und Kameraden am Hartmannsweiler Kopf ein, wo sie von einer Wanderführerin bereits erwartet wurden. Von 10 bis 13 Uhr wurde durch die vielen Schützengräben, Stellungen, Unterstände, Bunker und Stollen bis zum Gipfel des HWK gewandert. Dabei erhielt die Gruppe einen Einblick in das Kriegsgeschehen und das Alltagsleben der Soldaten. Leider war an diesem Tag zum ersten Mal seit vielen Wochen ein regnerischer und windiger Tag, aber die Zeit verging bei dem zum Teil etwas schwierigen Fußmarsch für die älteren Mitglieder sehr schnell durch die ausgezeichneten und kompetenten Berichte und Erzählungen unserer Wanderführerin.

Der ganze Berg ist wie ein Schweitzer Käse mit ungefähr 60 km Befestigungsanlagen durchzogen. Die Soldaten waren bei der Namensgebung der unterschiedlichen Stellungen sehr einfallsreich, so entstanden z. B. der „Christ-Stollen“ und „Oster-Stollen“, der „Bremer Ratskeller“ oder es wurden die Namen der Liebschaften und der Gattin eines beliebten Offiziers vergeben.

Nachdem die Kämpfe in den Kriegsjahren 1916-1918 abflachten, da sich eine Patt-Situation mit nur wenigen Metern Front-Verschiebung ergeben hatte, verlor der Hartmannsweilerkopf seine strategische Bedeutung und wurde zu einem Nebenkriegsschauplatz. Es kam es zu interessanten Verständigungen unter den sich gegenüberliegenden Soldaten, so wurden beispielsweise Blechbüchsen als Zielscheiben aufgestellt. Die Soldaten informierten die gegnerische Seite über die Zeitpunkte von Angriffen, indem man eine Nachricht mithilfe eines Steines in den gegenüberliegenden Schützengraben warf, so sollte unnötiges Blutvergießen verhindert werden oder die Schützengräben konnten vor einer Handgranaten-Attacke geräumt werden, dieses „Spiel“ wurde dann umgekehrt durchgeführt und danach wurden die Schützengräben wieder „aufgeräumt“. Ein beliebtes Ziel von Patrouillen deutscher Seite war auch das Proviantlager der Franzosen mit Champagner und Rotwein.

Als der 1. Weltkrieg am 11. November 1918 zu Ende war überquerten die Soldaten das Niemandsland und luden sich gegenseitig in ihre Unterstände ein. Auch nach Ende des Krieges kam es zu versöhnenden Treffen noch lebender Veteranen der Kämpfe um den Hartmannsweilerkopf. Zu diesem Anlass wurde zunächst ein Gottesdienst gehalten und danach wurde gemeinsam gegessen und getrunken, vor allem viel Rotwein.

Nach diesen interessanten Einblicken hatten sich die Kameradinnen und Kameraden eine Erholungspause in der Cafeteria verdient. Im Anschluß wurde das neue Deutsch-Französische Museum „Historial“ besichtigt, hier wurden die gesellschaftspolitischen Faktoren, die zum Ausbruch des 1. Weltkriegs führten, in Film/Bild und Wort-Dokumenten aufgeführt. Eine umfangreiche Sammlung von weiterem militärhistorischen Material war ebenfalls für die Besucher ausgestellt. Insgesamt kann man das Deutsch-Französische Historial als sehr interessant und „pädagogisch wertvoll“ bezeichnen.

Der Tag ging mit einem geselligen Beisammensein in der Unterkunft zu Ende und die Kameradinnen und Kameraden kamen nach der Rückfahrt am Sonntag wieder wohlbehalten zuhause an.

Sommerfest der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe

Der Einladung für das jährliche Sommerfest im Garten von Ernst Krug waren am Samstag, den 14. Juli 25 Kameraden gefolgt. Zum Empfang waren Kaffee, Kuchen und andere Erfrischungen vorbereitet worden. Kameradschaftsleiter Horst freute sich unter den Gästen auch den ehemaligen Kompaniechef der Fernspähkompanie 300 Andrischock begrüßen zu dürfen.

Von Keule Büttner war eine Übersicht angefertigt worden, die über durchgeführte Übungen unter OTL i.R. Andrischock berichtete und viele interessante und tolle Erinnerungen weckte. Diese Übersicht wurde Ernst Krug überreicht, damit sie einen würdigen Platz in den Kameradschaftsräumen erhält. Kamerad Audi verteilte im weiteren Verlauf des Nachmittags Schnäpse unter den Kameraden, um mit Ihnen auf seinen 80ten Geburtstag anzustoßen.

Danach begaben sich die Kameraden zum Mahn- und Ehrenmal um die traditionelle Andacht zu halten.

In seiner Ansprache ging Kameradschaftsleiter Horst auf das Traditionsverständnis im Allgemeinen und die Traditionspflege bei der Traditionskameradschaft Fernspähtruppe im Besonderen ein. Der Tradition der Weltkriegsveteranen der Deutschen Monte Cassino Vereinigung maß er einen besonders hohen Stellenwert zu. Seit Jahrzehnten fuhren Veteranen der 1. Fallschirmjägerdivision nach Monte Cassino, um der gefallenen Kameraden bei den Schlachten im Bereich der Gustav-Linie zu gedenken. Dabei wurden auch die Gedenkveranstaltungen der anderen beteiligten Nationen besucht, Aussöhnung und Völkerverständigung hatten sich die Veteranen auf Ihre Fahne geschrieben. Leider neige sich aber die Ära der Veteranen dem Ende, denn schon seit 2 Jahren war kein Weltkriegsteilnehmer aus Deutschland mehr bei der Fahrt nach Monte Cassino dabei. Dementsprechend rief Horst die Traditionskameradschaft auf, im nächsten Jahr zahlreich an der Fahrt der Deutschen Monte Cassino Vereinigung zur 75-jährigen Gedenkveranstaltung teilzunehmen.

Bei der anschließenden Andacht wurde der gefallenen Kameraden im 2. Weltkrieg gedacht, ebenso der Soldaten der ehemals verfeindeten Nationen und aller zivilen Opfer. Auch der im Einsatz getöteten Soldaten der Bundeswehr und ihrer verbündeten Nationen wurde mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ erinnert.

Danach wurde die Ernennung der Ehrenmitglieder vorgenommen. Leider konnte Frau Erika Müller  am Sommerfest nicht teilnehmen, so daß ihre Ernennung zum Ehrenmitglied auf einen späteren Termin verschoben werden musste. In seiner Laudatio für Ehrenmitglied Dieter Kraus hob Kameradschaftsleiter Horst die jahrelange und großzügige Unterstützung der Aktivitäten der Kameradschaft hervor. Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde ließ die Kameradschaft das neue Ehrenmitglied mit einem 3-fachen Glück-ab hochleben.

Zum Abschluß des offiziellen Teils wurde wie üblich „Rot scheint die Sonne“ gesungen.

Für den gemütlichen Teil war ein hervorragendes Grillbuffet vorbereitet worden, Kamerad Keule sorgte mit Gesang und Gitarrenspiel bis zur Dämmerung für gute Unterhaltung und der Tag klang bei Lagerfeuer und bester Stimmung aus.

Gebet unter Feindlichem Feuer

Erinnerungen an Arnheim 1944, Brite sucht noch lebende Zeitzeugen

von Kai Michael Horst

 

Im September des vergangenen Jahres besuchte ich die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Operation Market Garden in Arnheim. Durch unsere schottische Kameradin Sheila Wurr entstand eine Verbindung zur „Arnhem Fellowship“, eine Vereinigung ehemaliger Soldaten, Angehöriger, Interessierter und Unterstützer, die zu diesem Anlass viele Aktivitäten durchführt. Sheila Wurr’s Vater Company Sergeant Major Victor James Twist war Soldat des 156th Parachute Battalion, 4th Parachute Brigade der 1st Airborne Division, die bei der Luftlandeoperation Market Garden beteiligt war. Company Sergeant Major Twist hatte nach Kämpfen in Italien das Fernglas von einem gefallenen deutschen Offizier mitgenommen, das seine Tochter mir bei einer Begegnung in Monte Cassino „zurückgegeben“ hat.

Bei einer der Veranstaltungen der „Arnhem Fellowship“ lernte ich David Pott kennen, den Sohn von Major Robert Laslett John Pott, der kommandierender Offizier der A Kompanie des 156 Bataillon war. In einem Gespräch berichtete mir David Pott von den Erlebnissen seines Vaters und seiner Einheit während Market Garden.

Von diesen Erlebnisse möchte ich hier berichten. Dafür standen mir persönliche Berichte der Familie, öffentliche Berichte unter http://www.pegasusarchive.org/arnhem/john_pott.htm und das Buch „ARNHEM 156 PARACHUTE BTN & 4th Parachute BDE“ von John O’Reilly zur Verfügung. Die abgebildete Karte von Oosterbeek stammt ebenfalls aus diesem Buch, mit freundlicher Genehmigung von John O’Reilly.

Im Sommer 1944 befinden sich die deutschen Armeen an alle Fronten auf dem Rückzug. Mit der Operation Market Garden wollen die West-Alliierten durch Holland hindurch auf deutschen Boden vorstoßen, um den Krieg noch im selben Jahr zu beenden. Jedoch sind ihre Annahmen über Position, Stärke und Zustand der deutschen Truppen in der Gegend von Arnheim zu ungenau und zu optimistisch, eine umfassende Feindaufklärung wird vernachlässigt. Auf eine Berücksichtigung von Informationen holländischer Militär-Experten wurde verzichtet. Die britischen Soldaten wissen nicht, was sie erwartet. Die 1. Britische Luftlande-Division soll die Speerspitze des Unternehmens übernehmen und die Rhein-Brücke bei Arnheim von deutschen Kräften befreien und bis zum Eintreffen der eigenen nachrückenden Kräfte halten.

Aus den Berichten von Major John Pott: Am Montag, den 18. September wurde das 156. Bataillon am frühen Nachmittag auf der Ginkel Heide abgesetzt. Die Männer gerieten dabei unter Beschuss von SS Einheiten. Es kam zu Verlusten schon beim Absprung aus den Flugzeugen, in der Landezone, die mit Gewehr und MG-Feuer eingedeckt wurde und bei Landungen in Bäumen, sowie im Bereich der deutschen Stellungen. Die Hälfte des MG-Zuges des Bataillons wurde bereits in der Nähe von Nimwegen mit ihrem Flugzeug abgeschossen.

Die A-Kompanie von Major Pott hatte bis dahin glücklicherweise keine Verluste zu verzeichnen. Allerdings musste der 3. Zug die Betreuung von Verwundeten und einigen deutschen Gefangenen übernehmen. Als Ersatz wurde ein Zug Segelflieger-Piloten aufgestellt, was jedoch eine Schwächung bedeutete, da die Männer nicht gut trainiert waren. Das Bataillon marschierte gegen 17 Uhr unter Führung der C-Kompanie weiter nach Osten in Richtung Arnheim. Östlich von Wohlfeze wurden sie unter Beschuss genommen und hier hatte die A-Kompanie ihren ersten Verlust: Pate (Private) Tansley - ein Mann, wegen seiner Freundlichkeit und Tüchtigkeit beliebt und respektiert.

Bei Tagesanbruch am Dienstag, den 19. September sollte das 156. Bataillon den “Koepel” einnehmen - ein bewaldetes Gebiet bei Lichtenbeek, das vom Feind stark verteidigt wurde. Sobald dieses Ziel erreicht war, sollte das 156 Bataillon zur 1. Parachute Brigade vorstoßen, um John Frost bei der Brücke (in Arnheim) zu unterstützen. Major John Pott hatte eine große persönliche Motivation, diesen Auftrag zu erfüllen, denn John Frost war sein Schwager.

Die Karte stellt die Lage am Dienstag, den 19. September 1944 bei Oosterbeek dar:

Lt. Co. des Voeux wählte die A-Kompanie von John Pott aus, den Angriff anzuführen. Der „Koeppel“ liegt in der Nähe des Dreijenseweg, der auf eine Hauptstraße nach Arnheim führt. An diesem Tag war das auch die Verteidigungslinie der Deutschen. Major Pott befahl Leutnant Stan Wittlings, 4. Zug den Angriff zu führen. Sie gerieten unter Beschuss von Maschinengewehren und suchten verzweifelt Deckung in den Gräben auf der Seite der Straße. Dann befahl Major Pott Lieut. Delacours  5. Zug, von links anzugreifen, während dessen sollte die Bren-Gun (leichtes MG) des 5.Zugs für Feuerschutz sorgen. Delacours war jedoch einer der ersten, der getroffen wurde. Die Lage wurde schlimmer - der Zug der „Gleiter-Piloten war sich über die Strategie unklar und verlor ihre Führer - Captain Muir und Lieut. Sydney Smith. Lieut Watling starb, als er Major Pott folgte, in einem verrückten Ansturm, den Wald einzunehmen. Watlings zweiter Befehlshaber, Captain Terry Rodgers wurde ebenfalls tödlich verwundet. Nur Major Pott und ein paar Männer schafften es, durch die deutsche Verteidigung und bis in den Wald zu gelangen.

Einige Männer waren schwer verwundet, einschließlich Sergeant George Sheldrake, der eine bewegende Begebenheit beschreibt: Ich war noch mit zwei anderen Kameraden zusammen, uns ging es schlecht. Major Pott sagte, er könne uns nicht mitnehmen, aber er versteckte uns vorsichtig unter einem Gebüsch. Er meinte, wir könnten gerettet werden, wenn das Bataillon einen erneuten Angriff  durchführt, ansonsten würden uns die Deutschen abholen. Bevor Major Pott abzog, stellte er sich hin und betete für uns - obwohl minutenlang Mörser und Maschinengewehrfeuer herrschte - ein paar Minuten sind eine lange Zeit, wenn man unter diesen Bedingungen stehen bleibt. Das ist etwas, das ich nie vergessen werde.”

Nach sechs Stunden Kampf war die Kompanie auf sechs Mann geschrumpft. Die A- Kompanie musste ihre Kampfhandlungen einstellen. Kompaniechef Pott war am linken Bein und an der Hand verwundet. Er konnte nicht mehr laufen. Die überlebenden Soldaten gerieten in deutsche Gefangenschaft. Der Zugführer der deutschen Einheit kümmerte sich um die Versorgung der Wunden von Major Pott, „Tut mir leid, wir können uns jetzt nicht um Sie kümmern, aber ich schätze eure Einheiten werden sowieso bald hier sein” sagte der junge Leutnant. Die Deutschen rückten mit den marschfähigen Verwundeten ab, einschließlich George Sheldrake.

Die B-Kompanie von Lt Col Waddy startete noch einen Gegenangriff, aber sie schafften es nicht, den „Dreijenseweg“ zu überqueren. Einige Stunden später machte sich Major Pott bemerkbar, um zu sehen, ob noch jemand da war - zu seiner Überraschung erschienen vier Männer aus den Büschen, die sich nach dem Abzug der Deutschen versteckt hatten. Sie nahmen mehrere Jacken von toten Männern, um Major Pott warm zu halten und dann wieder zum Bataillon zurückzukehren. Danach lag er 18 Stunden lang im Wald, während dieser Zeit versuchte er einen Abschiedsbrief an seine Frau zu schreiben mit seiner unverletzten linken Hand.

Holländische Jugendliche fanden Major Pott schließlich, sie holten Hilfe und brachten ihn zum Missions-Haus der „Mill Hill Fathers“. Dort bestand aber nicht die Möglichkeit, Major Pott’s Verletzungen zu versorgen und er musste weiter nach Gronau gebracht werden, in ein deutsches Militärkrankenhaus, wo er verarztet und gesund gepflegt werden konnte. Die Freundlichkeit der katholischen Krankenschwestern ist Major Pott in guter Erinnerung geblieben. Und er lernte dort den deutschen Soldaten Werner Elfering kennen, der an der Russlandfront verwundet worden war. Als dieser von seiner Frau Waltraud besucht wurde, versorgte sie Major Pott, ebenso wie ihren Mann unter anderem auch mit gutem Obst. Major Pott schloss Freundschaft mit ihnen, was dem Ehepaar die unliebsame Aufmerksamkeit der Gestapo einbrachte. Major Pott gelang schließlich die Flucht aus dem Militärkrankenhaus in Gronau.

So viel über die Erlebnisse von Major John Pott bei Market Garden, sein Sohn David Pott wäre sehr daran interessiert, mehr über die deutsche Sicht der Kampfhandlungen seines Vaters und seiner Einheit herauszufinden. David Pott war sehr erfreut, dass er vor kurzem Kontakt mit den Nachkommen von Werner Elfering aufnehmen konnte. Er würde auch gerne etwas über den Leutnant aus der Kampfgruppe von Ludwig Spindler in Erfahrung bringen. Das freundliche Verhalten des jungen Soldaten hat Major Pott nachhaltig beschäftigt. Informationen von oder über andere Soldaten, die auf deutscher Seite in die Kampfhandlungen involviert waren, sind ebenfalls willkommen. Falls Leser dieses Artikels oder sogar noch lebende Zeitzeugen oder deren Angehörige Informationen, Berichte oder auch Literatur zur Verfügung stellen können, wäre David Pott dankbar. Ich stehe gerne zur Verfügung, einen Kontakt herzustellen und Informationen zu übermitteln:

Kai Michael Horst (1. KL „Traka FernSpähTrp), Am Welsbach 34, 36325 Feldatal, Tel.(ab 17:00Uhr): (0049)173 6658 461, email: kaimi.horst@arcor.de